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06. Februar 2016

Double Parasled - Navigation und Sterne

Der Double Parasled ist ein unkomplizierter Zugdrachen (Lifter) und damit in der Regel einer der ersten Drachen, den ich auf Fanö fliegen lasse, sobald wir am Strand angekommen sind. Bodenanker einschlagen, Flugleine auslegen, Drachen befestigen, aufsteigen lassen und vergessen. Und dann kann man jede Menge Leinenschmuck an der stets straff gespannten Flugleine befestigen.

Robert und ich haben den Parasled vor 20 Jahren zum ersten Mal gebaut. Zu Robert und Katjas Hochzeit habe ich den beiden einen speziellen Drachen geschenkt und jetzt war es Zeit für ein weiteres Exemplar. Vor vielen Jahren hatte ich einen sehr schönen Double Parasled auf Fanö gesehen, mit Navigationsgrafik und Sternen. Diesen Drachen wollte ich nachbauen. Der Bau scheiterte aber lange an den recht aufwendigen Grafiken und ... Zeit.

Für die Weihnachtsferien 2015 hatte ich mir dann diesen Drachen vorgenommen. Auf eines der beiden großen Paneele wird ein Steuerrad appliziert und auf das andere eine Kompassrose und ein Mond.

Ich habe ja mittlerweile zwei dieser Parasleds gebaut, aber jedes Mal die Schablonen nur auf ganz dünnes Papier oder direkt auf den Stoff gezeichnet. Das wollte ich diesmal ändern und so wurden als erstes die sechs benötigten Schablonen aus dicker Pape erstellt. Mit diesen Schablonen kann ich dann weitere Drachen viel einfacher bauen.

Nächster Schritt ist das Ausschneiden des schwarzen Stoffs; zwischen 2 und 4 mal muss jede Schablonen auf den schwarzen Stoff übertragen und dann mit Saumzugabe ausgeschnitten werden.

Dann wurde die Kompassrose gezeichnet, die Umrisse auf weißen Stoff übertragen, dann der weiße Stoff mit wasserlöslichem Uhu auf den schwarzen Stoff geklebt. Alle Linien mit schwarzem Faden und Zickzacknaht nähen. Dann von der Rückseite den nicht benötigten weißen Stoff entfernen und abschließend von der Vorderseite das gleiche mit dem schwarzen Stoff machen. Langsam, Schritt für Schritt, kann man dann auch auf der Vorderseite die Kompassrose erkennen.

Als nächste habe ich die Schablone für das doch sehr viel komplexere Steuerrad gemacht. Das Steuerrad hat insgesamt 12 Speichen, und einen Durchmesser von ca. 100cm.

Als erstes habe ich verschiedene große Kreise auf die Schablone gezeichnet. Hier ist es dadurch etwas komplizierter, dass das Steuerrad auf einem der großen Paneele und einem kleinen Seitenpaneel abgebildet wird. Mit einem großen Zirkel aus einem Drachenstab und einem Kugelschreiber, sowie einem "normalen" Zirkel, den unsere Kinder schon in der Schule verwendet haben, habe ich dann die erste Speiche gezeichnet.

Diese Speiche habe ich dann kopiert, als Vorlage ausgeschnitten und die weiteren 11 Speichen jeweils im Winkel von 30 Grad aufgezeichnet. Dann alles kontrolliert und mit einem dicken Stiff nachgezeichnet. Danach kommt das übliche Vorgehen: Vorlage des Steuerrades auf einen gelben Stoff übertragen, den gelben Stoff auf den schwarzen Stoff kleben, alle Striche mit einem schwarzen Faden und Zickzackstich nachnähen, dann die nicht benötigten Teile schrittweise auf Vorder- und Rückseite ausschneiden.

Das Thema des Drachens ist Navigation, Schiffahrt, Sterne. Daher brauche ich neben dem Kompass und dem Steuerrad noch eine Zirkel, um auf einer Seekarte Distanzen messen und markieren zu können. Im Internet habe ich die stilisierte Version eines ganz einfachen Zirkels gefunden, die ich dann wieder auf einer Pappschablone nachgezeichnet, danach ausgeschnitten und auf den Stoff übertragen habe.

Gleiches Vorgehen für den großen Halbmond, der auf dem gleichen Paneel platziert wird, wie die Kompassrose. Auch diese Grafik ist in der Mitte geteilt, der rechte Teil ist auf einem der Seitenpaneele.

Auf den Seiten- und Außenpaneelen habe ich weitere Grafiken aus der Navigation platziert: Sternenbild Orion mit der markanten "Gürtelschnalle" und den kleinen Bären, dessen eine Achse auf den Nordstern weist.

Beim vorläufigen Aneinanderlegen der Panelle ist mir dann aufgefallen, dass auf einem der großen Panelle noch sehr viel Platz ist. Dort habe ich jetzt das Kreuz des Südens appliziert, und zwar in der Variante, wie es auch auf der Fanhe von Neuseeland zu sehen ist.

Damit sind jetzt alle Applikationen genäht, alle überflüssigen Stoffteile ausgeschnitten, auf Vorder- und Rückseite, und eigentlich fehlt nur noch das Zusammennähen.

Die Waage bei diesem Drachen besteht praktischerweise nur aus drei Schnüren. Diese drei Schnüren werden jeweils in eine Schlaufe an der Spitze der drei Paneele auf der Vorderseite angeknotet. Zur Zugentlastung werden auf diese Paneele drei weitere Schnüre in verschiedenem Winkel aufgenäht, die den Zug dann auf die Stäbe leiten.

Auch wenn der Drachen so aussieht, als sei er stablos, so braucht man doch insgesamt sechs CFK-Stäbe, die den Drachen vertikal aufspannen. Für diese Stäbe ich Taschen genäht und auf die Saumzugabe im Inneren des Drachens genäht.

Erstflug

Nachdem dann alle Paneele zusammengenäht waren, alle Stäbe eingesteckt, die Waage zugeschnitten war, musste ich nur noch auf geeignetes Wetter und Wind für den Erstflug warten. Beim ersten Versuch war der Wind dann offensichtlich zu stark. Direkt nach dem Start riss der Drachen den Bodenanker aus dem Ackerboden und flog davon. Glücklicherweise fliegt der Drachen ohne Zug auf der Flugschnur nicht weit, sodass er in einigen Metern abstand sanft auf den Boden segelte.

Beim nächsten Versuch war dann besserer Wind (fast zu wenig), aber alles klappte, und Anja hat auch noch ein paar Fotos gemacht.