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Ich löte mir einen Gitterrohrrahmen...

Am Wochenende habe ich angefangen, einen Gitterrohrrahmen für mein neues Hubschrauberprojekt herzustellen. Der Flettner-Kolibri Hubschrauber wurde im Laufe der letzten Jahre des zweiten Weltkrieges entwickelt und fällt durch die beiden weit auslegenden, ineinerkämmenden Rotoren auf.

Der Rumpf wurde damals, wie bei vielen Flugzeugen der damaligen Zeit  als Gitterrohrrumpf gebaut und sieht wie eine Fachwerkskonstruktion  aus. Die Konstruktion besteht aus einer Vielzahl von Dreiecks- und Viereckselementen und wird bei meinem Modell aus 4mm Stahldraht hergestellt. Die einzelnen Elemente werden hartgelötet. Einziges Problem für mich: Ich kann nicht hartlöten.

Wie immer konnte mir mein Freund Martin Heimann mit seinem hervorragenden Maschinenbaukenntnissen weiterhelfen. Man braucht einfach nur eine entsprechende heiße Flamme (mindestens 650 Grad Celsius am Werkstück), speziellen Lötdraht, einige Werkzeuge zum Fixieren der Teile und Geduld. Im Internet wurde mir noch geraten, eine Helling vorzubereiten. Das ist eine Vorrichtung, in die man die einzelnen Teile einspannen kann und dadurch die Winkel fest vorgibt. Da ich allerdings momentan noch keine Serienfertigung plane, habe ich alle Teile einfach mit Steinplatten und sog. helfenden Händen fixiert.

Dieses Wochenende hatte ich dann endlich Zeit, das Hartlöten zu versuchen. Nachdem ich mich beim Hersteller CFH über die benötigten Lötgeräte informiert hatte, verwendete ich als erstes ein kleines Handlötgerät. Dieses hatte ich mir schon vor einigen Jahren auf Anraten von Rolf Schecker gekauft. Es ist klein, handlich, wiederauffüllbar, hat einen Piezoanzünder und diente mir bisher dazu kleine Gegenstände, insbesondere Schraubverbindungen, kurz anzuwärmen. Laut Hersteller erreicht dieses Gerät eine Temperatur von 630 Grad Celsius am Bauteil.

 

Auf dem Bild kann man das Ergebnis des ersten Lötversuchs sehen: Ich habe einfach zwei 4mm Stahldrähte miteinander verschweißt. Im Prinzip ist das Schweißen letztendlich doch recht einfach:

  • die zu verschweißenden Teile anheizen,
  • dann den Lötstab mit dem Flußmittel daraufhalten,
  • warten, bis das Lot geschmolzen ist,
  • zuschauen, wie das Lot in die Fugen fließt,
  • fertig.

 

Da dieses kleine Lötgerät nur gerade mal 630 Grad erreicht, das Lötmittel aber auch erst gerade bei dieser Temperatur anfängt zu schmilzen, dauerte es fast fünf Minuten, bis meine allererste Lötstelle fertig war. Also bin ich gleich am Samstag nachmittag noch einmal die Stadt gefahren und habe mir eine Lötlampe mit Butangas (22 EUR) und einer Ersatzkartusche (1,99 EUR) gekauft. Damit ausgerüstet habe ich dann am Sonntag erst richtig losgelegt. Das einzig wirklich Teure am Löten sind die Silberlotstangen - 4,99 EUR pro Stück!! Der neue Lötbrenner hat eine etwas größere Flamme und erwärmt dadurch auch das Umfeld der eigentlichen Lötstelle. Außerdem verspricht der Hersteller eine Temperatur von mindestens 750 Grad Celsius am Bauteil.

Bei der Lötarbeit bin ich dann immer zwischen CAD-Modell am Computer, Werkbank im Keller mit Flex und Rohmaterial und Terasse zum eigentlichen Löten gependelt.

 

Am Computer habe ich die Maße aus dem CAD-Modell entnommen und in die Papierzeichnung übertragen. Damit bin ich dann in den Keller gelaufen, wo ich die entsprechenden Stücke von der Meterware Stahldraht abgelängt und an den Enden rundgeschliffen habe.

 

Da der Rumpf aus ca. 40 Einzelstücken besteht, hätte es gar keinen Sinn gemacht, alle Stücke auf einmal abzulängen. Außerdem müssen einige Stücke erst auf Maß angefertigt werden, da sich nach dem Löten teilweise doch kleine Unterschiede in den Längen ergeben.

 

Das Löten habe ich dann draußen auf unserer Terasse im Garten gemacht. Zum einen, weil es am Sonntag sehr schön warm und sonnig draußen war, zum anderen weil ich im Keller doch keine gute Belüftungsanlage besitze.

 

Stück für Stück habe ich dann den Gitterrumpf zusammengelötet. Teilweise war die Befestigung der zu lötenden Einzelteile ziemlich schwierig und aufwendig, aber letztendlich bin ich mit dem Ergebnis, wie auch auf den Bildern zu sehen, sehr zufrieden. Einzelne Stellen sind mit Sicherheit verbesserungswürdig, aber dafür, dass es meine erste Lötarbeit ist und ich die Teile nicht wirklich gut zum Löten fixieren konnte, kann sich der Rumpf wirklich sehen lassen.

 

Die Stabilität des Rumpfes ist enorm - mittlerweile kann ich problemlos einen wirklich schweren Schraubstock auf den Rumpf stellen, ohne dass sich etwas verbiegen würde. Der 4mm Stahldraht ist mit Sicherheit ausreichend - vielleicht wäre sogar eine 3mm Version ausreichend fest.

Der Rumpf ist mittlerweile fast fertig. Nach dem Vorderteil (im oberen Bild) habe ich als nächstes das Heck des Rumpfes gelötet. Hierbei habe ich mir die Arbeit insofern etwas erleichtert, als ich zusätzliche Holzschablonen vorbereitet habe. Insgesamt habe ich dadurch etwas mehr Arbeit, aber die Genauigkeit der Stücke und die Winkeltreue werden einfach besser.

 

Die zu lötenden Teile werden dabei auf der Holzschablone mit Kabelbindern befestigt. Dadurch können sie sich während des Lötens nicht mehr verschieben. An den Stellen, an denen gelötet wird, habe ich das Holz ausgeschnitten. Trotzdem musste ich aufpassen, dass nicht aus Versehen das Holz mit der sehr heißen Lötflamme abgefackelt wurde. Teilweise haben während des Lötens auch die Kabelbinder aus Kunststoff etwas gelitten... Aber dafür waren gerade die langen Teile am Heck des Rumpfes sehr präzise und einfach zu löten.

 

Einige Teile des Hecks habe ich aus 3mm Stahldraht gelötet. Die Festigkeit ist insgesamt immer noch mehr als ausreichend und der etwas dünnere Draht hilft  das Gewicht niedrig zu halten.

 

Die Anbringung der Heck- und Seitenruder ist mir noch nicht ganz klar. Mein Kollege aus Israel hat die Aufhängung selber mit kleinen Röhrchen gelöst, so ähnlich wie Scharniere einer Tür. Ich will nicht so weit gehen und werde mich eher auf fertige Scharniere aus dem Modellbaubedarf verlassen. Einzig die Befestigung der großen Seitenflosse ist schon fertig.

Das Schöne an dem hartgelöteten Rumpf ist, dass man so ziemlich alles daran festlöten kann. Bestes Beispiel dafür sind die Schrauben, mit denen der Rumpf am Mittelteil aus Sperrholz befestigt wird, sowie die  Fahrwerksbeine.

 

Auf den oberen Bildern kann man sehen, wie der vordere Teil des Gitterrohrrahmens mit Schrauben am Mittelteil befestigt wird. Für den Prototypen kann ich so die verschiedenen Teile der Mechanik relativ schnell zusammenbauen, beziehungsweise wieder auseinandernehmen. Die Testflüge werden zum Beispiel mit einem normalen Landegestell durchgeführt und nicht mit dem aufwendigen Gitterrohrrahmen.

 

Die Achse für die verschiedenen Räder konnte ich so direkt an das Gestell löten. Die Räder werden dann nur durch eine Feststellschraube gehalten. Auf eine aufwändige Lagerung der Räder kann ich in diesem Fall verzichten, da der Kolibri eher fliegen wird, als lange auf der Startbahn zu rollen.

 

Der Rumpf hat inzwischen weitere Fortschritte gemacht. Vorderteil (Pilotenkanzel) und Heck wurden an der Mechanik festgeschraubt. Das Mittelteil wurde probehalber auf der Unterseite mit der charakteristischen tonnenförmigen Abdeckung versehen. Jetzt fehlt nur noch die Befestigung des Bugrades und dann ist der mechanische Aufbau des Rumpfes vorläufig fertig.

 

Als nächstes werde ich mich an den Einbau der Servos und die Ansteuerung der Taumelscheibe machen.

Weitere Infos auf malle-land.de Weitere Informationen im Internet

Erster Teil: Flettner Fl282

Nächster Teil: Flettner Fl282

Piasecki Tandem

Spezielle Bohrlehre

Flettner Fl 282
Bildergallerie meines Kollegen Eyal Miron aus Israel. Er baut einen ähnlichen Flettner-Typ.

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