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Bauplan: Der Starflake

Ich habe den Starflake-Drachen zum ersten Mal auf dem 1992er Fanø-Video gesehen und war fasziniert. Er sah aus wie ein Diamant. Die Struktur sah aber so kompliziert aus, dass ich mich ersteinmal nicht daran wagte, diesen Drachen zu bauen (und außerdem konnte ich in meinen Büchern keinen Bauplan finden). In der Zwischenzeit habe ich eine Waldof-Box und einen Tumbling-Star gebaut, so daß ich allmählich doch eine genauere Vorstellung des allgemeinen Aufbaus dieser Kastendrachen bekam.

Der auslösende Moment für die Konstruktion des vorliegenden Kastendrachen war dann, als ich die neue Version eines Zeichenprogramms installierte und einfach ein bisschen herum spielen wollte. Also zeichnete ich vier Kreise und ein Vieleck mit 10 Ecken. Dann legte ich eine Stoffbahn von der Mitte spiralförmig über die drei Kreise von innen nach außen und schon hatte ich die erste Version des Drachens erstellt. Mithilfe der Bemaßungsfunktion konnte ich dann auch noch sehr schnell die notwendigen Längen der einzelnen Segmente ermitteln. Als nächstes holte ich mir wieder das Video heraus und suchte nach einer schönen Farbaufteilung. Dann überlegte ich mir, wie "dick" der Drachen sein sollte und mehr war dann eigentlich nicht mehr zu tun.

Mit der gleichen Vorgehensweise ist auch die Erstellung anderer Varianten des Starflake möglich, wie zum Beispiel die weiter unten gezeigten Varianten eines 6-, bzw. 10-eckigen Sterns.

Den Namen "Starflake" für diesen Drachen habe ich gewählt, da der Drachen vom Aufbau dem bekannten Snowflake sehr ähnelt. Allerdings unterscheiden sich die beiden insofern, als bei meinem Drachen die Verspannung nicht von außen, sondern von innen über Spreizstäbe erfolgt (analog der Waldof-Box).

Da es die Verbinder noch nicht überall im Handel gibt und das Selbermachen nicht ganz einfach ist (siehe unten), wird im Folgenden ein 8-Eckiger Starflake beschrieben. Hierfür sind die Verbinder in jedem (gutsortierten) Drachengeschäft zu erhalten, da sie neuerdings auch oft für Windräder benutzt werden.

Material

  • 8 Stäbe CFK, 6mm 100cm
  • 1 Stab CFK, 6mm, 84cm
  • 1 Mittelverbinder, Kunststoff oder Sperrholz
  • 8 harte Endkappen, 6mm, gebohrt (Splitkappen geht auch)
  • 2 harte Endkappen, 6mm, gebohrt
  • Spinnakernylon
  • Dacron, 50cm, 8cm breit
Vorarbeiten

Wie bei jedem Bauplan: bitte erst einmal durchlesen und dann an das Ausschneiden gehen!

Die Abmessungen der Schablonen sind der Zeichnung zu entnehmen. Die Abmessungen in der Zeichnung sind ohne Saum- oder Nahtzugabe! Als Saumzugabe nehme ich in der Regel 8mm, Nahtzugabe 6mm. Vor dem Ausschneiden der Schablonen sollte man sich überlegen, wie man die Farbaufteilung machen will. Bei einer Farbaufteilung in verschiedene farbige Ringe von innen nach außen, kann man die einzelnen "Farb-Ringe" aus einer Bahn schneiden. Das heißt, dass nur die Schablone 1 aus einzelnen Teilen besteht und die anderen Teile aus einer einzigen Bahn bestehen. Bei einer solchen Aufteilung verringert sich die Anzahl der erforderlichen Nähte, der Stoffbedarf verringert sich geringfügig durch den Wegfall zusätzlicher Nahtzugaben, aber der Aufwand für das Säumen steigt. Diese Farbaufteilung ist bei der weiteren Beschreibung der Schritte jetzt meine Annahme.

Damit alle Maße zueinander passen, empfehle ich unbedingt, die Dicke der einzelnen Abschnitte durch Aufzeichnen der gesamten Schablone auf einen Karton zu ermitteln. Durch die gegebene Länge der einzelnen Abschnitte ist dann auch die Dicke sehr einfach feststellbar.

Nach dem Ausschneiden werden alle Stoffbahnen gesäumt. Dies kann zum Beispiel durch entsprechende Saumzugaben erfolgen. Eine Alternativ-Methode wurde gerade im letzten DRAma bei der Beschreibung des Nairn-Stars erwähnt: Die Verwendung von anders farbigem Saumband. Dies mag sehr schön aussehen, ich habe aber den hohen Aufwand gescheut und außerdem würde dies auch jede Menge zusätzliches Gewicht bedeuten.

Mittelverbinder

Noch eine Bemerkung zum Mittelverbinder: Ich habe diesen selber hergestellt. Dazu habe ich eine entsprechende Kreisscheibe ausgesägt. Vor dem Aussägen habe ich noch die Mitte angezeichnet und die 45-Grad-Teilung markiert (entspricht 8 Löchern - jaja, wo ist das Geo-Dreieck aus der Schule geblieben). Dann wird die Scheibe ausgesägt (noch besser ist es natürlich, wenn man die Scheibe von einem dicken Stab abschneiden kann). Als erstes wird dann die Mittelbohrung erstellt und ein kurzer, passender Stab durchgesteckt. Dieser Stab liegt dann immer auf dem Bohrständer auf und sorgt dafür, dass alle Löcher gleich tief gebohrt werden. Mit Hilfe eines Bohrständers ist es nun nicht mehr allzu schwierig, die acht Löcher auf der Außenseite zu bohren. Die Genauigkeit in der Ausrichtung der einzelnen Stäbe macht sich dann in der gleichmäßigen Spannung des Segels bemerkbar. Dies kann aber nachträglich auch noch (geringfügig) korrigiert werden, indem man die entsprechenden Spannschnüre an den Enden anpaßt. In vielen Drachengeschäften gibt es solche Verbinder aber auch zu kaufen.

Die weiteren axialen Bohrungen in der Scheibe dienen nur zur Gewichtsreduzierung und sind nicht unbedingt alle erforderlich (bis auf zwei, durch die die Spannschnüre zur Verbindung der oberen mit der unteren Hälfte geführt werden).

Bau

Die einzelnen Stoffbahnen werden jetzt ausgeschnitten. Danach werden von innen nach außen die verschiedenen Bahnen zusammengenäht. Zum Spannen der gesamten Konstruktion werden auf die beiden Dacronstücke bei Bahn 1 und Bahn 5 zwei kleine Spinnakerschlaufen jeweils oben und unten auf die Innenseiten genäht. Auf der Außenseite zeichnet man dann die Nahtlinien für die acht kurzen Stoffstücke (entsprechend Schablone 1) im Abstand von 6mm auf. Auch hier ist in der Zeichnung noch keine Nahtzugabe enthalten.

Anschließend werden jetzt der zweite (Schablone 2), dritte (Schablone 3) und vierte Ring (Schablone 4) an die entsprechenden Stellen genäht. Dazu sollten auf den jeweiligen Bahnen die entsprechenden Stellen genau markiert sein. Das Säumen dieser Bahnen ist an den Knicken nicht immer ganz einfach (wie vorher erwähnt).

Beim Nähen bitte auch darauf achten, dass es nicht nur eine "äußere" und "innere" Naht gibt, sondern auch "Oben" und "Mitte" bei diesem Drachen! Erleichtert wird dies insofern ein wenig, als ja das Gegenstück genau gleich lang sein muss.

An die äußeren Enden müssen jetzt noch die Spannschnüre genäht werden, mit denen das Segel über die Stabenden gespannt werden. Dabei werden immer die entsprechenden Enden der oberen mit der unteren Hälfte zusammen an eine Spannschnur genäht. Als Stabendkappen können Splitkappen oder harte, durchgebohrte Kappen verwendet werden. Da die Enden sehr dünn werden, kann das Anbringen der Spannschnüre mitunter ziemlich schwierig werden. Aus diesem Grund habe ich auf die Enden ein entsprechendes Stück Dacron genäht, was die gesamte Sache steifer und einfacher zu verarbeiten macht.

Zusammenbau

Nachdem die obere und die untere Hälfte des Drachen fertig gestellt wurden, können sie mit Hilfe von Spannschnüren und der oben erwähnten Schlaufen miteinander verbunden werden.

An ein Ende wird jetzt noch die Waage geknüpft. Diese Waage sollte auf jeden Fall über einen leicht gängigen Wirbel mit der Flugschnur verbunden werden. In diesem Bauplan ist eine Dreipunkt-Waage vorgesehen (Mittelspreize und zwei nebeneinander liegende Stabendkappen). Der Drachen fliegt auch mit einer Ein-Punkt-Waage. Er hat dann aber einen sehr flachen Flugwinkel.

Für den Transport werden alle Spreizstäbe herausgenommen. Die Mittelspreize kann im Segel bleiben. Beim Zusammenbau ist es einfacher, wenn für die Stabenden zumindest an einer Stelle eine Splitkappe eingesetzt wird. Über diesen Stab wird dann das Segel (bzw. die Spannschnüre) als Letztes gezogen. Das klappt bei einer Splitkappe einfacher als bei einer durchbohrten Endkappe.

Trimm

Der Starflake fliegt bei Leichtbau (zusätzliche Löcher im Mittelverbinder, kein Saumband zum Säumen) schon bei erstaunlich wenig Wind. Für stärkere Belastung habe ich mir noch ein 8mm Sturm-Gestänge zurecht gelegt, was aber bei mir in der Umgebung von Ulm noch nie zum Einsatz gekommen ist. Da warte ich immer noch auf richtigen Wind (wenn man mal Fanø als Vergleichsmaßstab nimmt...)

Viel Spaß beim Bauen und Fliegen!